Apokalypse? Ochjo…

Ein Reiter der Apokalypse?

Die Geschichte der Apokalypse ist einerseits eine Geschichte des Scheiterns, keine Prophezeiung ist jemals eingetreten und andererseits eine Erfolgsgeschichte, da sich die Gläubigen auch durch Enttäuschungen nicht davon abbringen lassen, dass es irgendwann doch noch passiert.

Der Wandel von einer religiösen zu einer weltlichen Apokalypse, die allerdings keine Hoffnung mehr auf Erlösung birgt, spiegelt sich überall wider. Wenn man es auf die Spitze treiben will, so könnte man sagen, dass selbst das verbreitete „Früher war alles besser“ Genörgel schon eine Art apokalyptische Weltsicht ist. Denn wenn alles immer schlechter wird, so steuert man auf einen Punkt zu, an dem es für die bestehende (schlechte) Ordnung keine Besserung mehr gibt. Eine (Er-)Lösung erscheint dann irgendwann nur noch in einer vollkommenen Erneuerung zu bestehen. Oder es endet halt alles in einem „großen Knall“. (weiterlesen …)

Number of View :193

Medien und Apokalypse

Imposante Bilder sind wichtig.

Die Medien berichten ja öfters mal über irgendwelche Prophezeiungen bezüglich des nächsten Weltuntergangs. Ein wenig Sensationslust ist ja immer nützlich, auch wenn die Journalisten selbst und wohl ein Großteil der Leserschaft nicht daran glaubt. Ebenso neigen die Medien dazu Zeitdiagnosen als Verfall zu deuten. Krisen und Katastrophen beherrschen die Schlagzeilen (vgl. Kaube 2008, 289). Kann man den Medien aber deswegen selbst eine apokalyptische Agenda unterstellen? (weiterlesen …)

Number of View :166

Apokalyptisches Lied

Der Song “This is the time”, geschrieben für den WWF, hat durchaus  apokalyptische Züge. Eine Entwicklung die zu einer Katastrophe führt und die es aufzuhalten gilt. In diesem Fall durch Umkehr zu einer besseren Verhaltensweise. Diese Sichtweise findet sich im Alten Testament, als der Untergang noch durch Verhaltensänderungen aufzuhalten war. In der modernen Apokalyptik ist dies nicht mehr möglich. Andererseits ist die Endgültigkeit der Vernichtung und die fehlende Erlösung ein Element moderner Apokalyptik. Dazu bald mehr.

(weiterlesen …)

Number of View :787

Die Brücke

Ein durchaus soziologischer Film. Wir lernen, wie Verhalten sich auf andere auswirkt und wieder auf einen zurückfällt und dass eine kooperative Lösung besser sein kann, als ein Beharren auf Standpunkten. Weitere Interpretationen und Gedanken könnt ihr gerne in den Kommentaren hinterlassen.

Bridge from Ting on Vimeo.

Number of View :902

Die Zukunftsperspektive des Radios

Der folgende Text ist eine Art Fazit zum Seminar über die Zukunft des Radios, aber auch eine persönliche Einschätzung der Entwicklung aus dem was dort besprochen wurde.

Über die Zukunft des Radio ist schon oft diskutiert worden. Durch das Internet hat diese Diskussion noch einmal an Fahrt gewonnen. Eine vollständige Verdrängung eines Mediums ist allerdings selten vorgekommen. Das Fernsehen hat weder das Radio noch die Zeitungen verdrängt, noch wird das Internet die anderen Medien verdrängen. Aber jedes neue Medium verändert die etablierten Medien, sofern es in gewissem Maße Verbreitung findet. (weiterlesen …)

Number of View :414

Immer dieselbe Leier. Oder: Anforderungen an eine Medientheorie.

Immer wenn ein neues Medium aufkommt, werden Weltuntergangsszenarien heraufbeschworen. Die Intellektuellen sehen die Kunst in Gefahr durch die niedere Massenkunst und überhaupt ist der Untergang des Abendlandes in Sichtweite.

Bei den Romanen hat man überlegt, ob Frauen diese überhaupt lesen dürften. Dem Kino hat man nachgesagt die Jugend zu verderben, mit den gleichen Argumenten, die heute für Computerspiele benutzt werden. Immer sieht jemand seine elitäre Sichtweise gefärdet. Durch das schnöde und Profane. Seien es Comics oder Fernsehen. Alles was man auf den ersten Blick verstehen kann ist schon Volksverblödung. (weiterlesen …)

Number of View :840

Walter Benjamin: Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit

Seine Theorie und sein Medien- bzw. Kunstbegriff basieren auf der Theorie von Marx. Dessen Basis-Überbau-Theorem benutzt Benjamin als Grundlage seines Denkens. Das heißt, die Basis, also die Gesamtheit der Produktionsverhältnisse, bedingt den Überbau, der wiederum spiegelt die Basis wider. Der Überbau reagiert allerdings nur langsam auf Veränderungen in der Basis. (weiterlesen …)

Number of View :2467

Umberto Eco: Kritik an der Kulturindustrie

Umberto Eco wirft Adorno und Horkheimer vor, sich auf einen elitären Standpunkt zurückzuziehen und „Theorien über den Zerfall“ aufzustellen (Eco, 15). Massenkultur ist demnach eine Degenerierung von Kultur. Gleichzeitig erfinden sie, wie Eco sie nennt, Begriffsfetische. Ein Begriffsfetisch dient dazu, die Diskussion emotional zu machen und sie damit zu verhindern. In dem Adorno und Horkheimer die beiden Begriffe Kultur und Industrie zusammenfügen, bilden sie einen besonders starken Begriffsfetisch, der durch den großen Gegensatz der beiden Begriffe eine zwar sehr emotionale aber wenig sinnvolle Diskussion auslöst (vgl. Eco, 19). (weiterlesen …)

Number of View :2251

T.W. Adorno: Resümee über die Kulturindustrie

Adorno bezieht sich auf das Buch Dialektik der Aufklärung, das er zusammen mit Horkheimer geschrieben hatte. Er betont, dass sie darin den Begriff der Massenkultur durch den Begriff der Kulturindustrie ersetzt haben. Adorno begründet dies damit, dass der Begriff Massenkultur impliziert, dass diese Kultur von den Massen selbst gestaltet wird. Da er aber davon ausgeht, dass die Massenkultur von Oben gestaltet und gesteuert wird, erscheint ihm der Begriff der Kulturindustrie passender und unmissverständlicher (vgl. Adorno, S. 202). Der Begriff der Industrie bezieht er auf die standardisierten Inhalte und Verbreitungstechniken, aber nicht auf die Art der Produktion (vgl. Adorno, S. 204). (weiterlesen …)

Number of View :4722

Studenten für den Krieg

Im Seminar “Menschenrechte in Filmen” schauten wir uns den Film “Hotel Ruanda” an. Danach kam die Frage auf, warum dieses Massaker nicht verhindert wurde. Unter dem Eindruck des Films, waren sich eigentlich alle einig, dass man etwas gegen ein solches Massaker tun müsse, notfalls militärisch. Das wunderte mich schon etwas als plötzlich für Kampfeinsätze der Bundeswehr zum Schutz von Opfern von Völkermorden gesprochen wurde. Schließlich will man ja eigentlich keine Gewalt anwenden und alles friedlich lösen. Man hat ja auch gesehen wie lange es gedauert hat bis im ehemaligen Jugoslawien eingegriffen wurde. Es erklärten sich auch recht viele spontan dazu bereit, an einer Demonstration in Berlin teilzunehmen. Die Frage ist natürlich ob das nach einer Woche noch der Fall ist, wenn die Eindrücke des Filmes verblasst sind. Aber immerhin lässt sich langsam eine Änderung des verhängnisvollen Pazifismus und “Frieden um jeden Preis” erkennen.

Die Forderung ist natürlich utopisch, aber durchaus berechtigt. Einerseits spuckt man große Töne, das es die Verantwortung Deutschlands und der Welt wäre, einen Völkermord in jedem Falle auch militärisch zu beenden. Und nach den UNO Grundsätzen sind die Mitgliedsstaaten auch verpflichtet dies zu tun, doch wenn es hart auf hart kommt wird nichts getan. Wer den Amerikanern vorwirft, sich nur dort zu engagieren, wo ihre Interessen tangiert sind, sollte vielleicht erstmal vor der eigenen Haustüre nachsehen. Und auf die Frage, warum die Amerikaner immer irgendwo eingreifen, kann man ganz einfach antworten, weil es sonst niemand tut.

Das Ganze ist natürlich nur ein Symptom eines Systems das eine doppelte Moral fördert. Während wir darüber diskutieren, ob man guten Gewissens noch die Olympiade in China anschauen kann, gehen in anderen Gegenden die Menschen auf die Barikade, weil sie sich nichts mehr zu essen leisten können. Das Problem dabei ist, dass man einerseits einfach kein konsequentes Handeln an den Tag legt, und sich nicht mal entschieden hat was man will.

Wenn man die Menschenrechte, die eine Erfindung der Europäer sind, weltweit verbreiten und schützen will, dann müsste man auch bereit sein dies notfalls mit Waffengewalt zu tun. Das heist nicht, dass man jetzt wegen jedem bischen in ein Land einmarschiert, doch bei solchen Fällen, wo massenweise Menschen abgeschlachtet werden, kann man nicht einfach danebenstehen. Wie fatal das Nichteingreifen im Falle Ruanda war, davon kann der damalige UN Befehlshaber General Dallaire ein Lied singen.

Was wäre also zu tun? Die schon seit Jahren geplante schnelle Eingreiftruppe der EU müsste endlich aufgestellt werden und auch explizit dafür einen Auftrag haben. Die Bundeswehr müsste endlich auf die heutigen Anforderungen angepasst werden und zu einer gut ausgebildeten und ausgestatteten Berufsarmee werden. Wesentlich kleiner, aber dafür besser ausgestattet. Man könnte natürlich auch eine Fremdenlegion nach französischem Vorbild aufbauen. Statt ein bewaffnetes Rotes Kreuz oder THW zu sein, müsste man die Bundeswehr auf Kampfeinsätze in allen Gebieten der Welt vorbereiten. Dazu müsste man aber die Dinge beim Namen nennen. Und dazu sehe ich die Politik zur Zeit nicht in der Lage. Es wird aus verschiedenen Gründen an einem System festgehalten, durch das die Bundeswehr schon bei den derzeitigen Auslandseinsätzen vollkommen überfordert ist, dabei sind “nur” ca. 7380 Soldaten im Einsatz.


Artikel im Stern über die Vorgänge bei der UNO

Ein Artikel von Dalleire in der TAZ

Number of View :373